Es gibt kein „konventionelles/unkonventionelles Fracking“ es gibt nur „konventionelle/unkonventionelle Lagerstätten“

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Andy Gheorghiu, Consulting Campaigner/Consultant/Researcher für Klima- und Umweltschutz, Energiepolitik und Weiterentwicklung demokratischer Prozesse

  • Fracking-Regelungspaket – Kommentar/Stellungnahme zur unseriösen Debatte über „konventionelles vs. unkonventionelles Fracking“ Der nachfolgende Kommentar ergibt sich aus der Notwendigkeit der Richtigstellung der Definition von „unkonventionellen Lagerstätten“ sowie der Erkenntnis, dass die mit der Fracking-Technik verbundenen negativen Auswirkungen und Risiken sich grundsätzlich bei der Aufsuchung und Gewinnung von fossilen Energieträgern ergeben. Dies ist unabhängig von der Lagerstätte (z.B. Schiefer-/Sand- und/oder Kohleflözgestein) sowie den zu fördernden Kohlenwasserstoffen (Öl und/oder Gas). Daher ist eine Gleichbehandlung geboten. Die Begriffe des „konventionellen und unkonventionellen Frackings“ sind Wortkonstrukte, die einzig und allein politisch motiviert sind und in Deutschland zunehmend im Sprachgebrauch etabliert werden sollen. Sie suggerieren den BürgerInnen, dass es einen Unterschied zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Fracking gibt. Dabei resultieren die Kunstbegriffe „konventionelles Fracking“ bzw. „unkonventionelles Fracking“ einzig und allein aus dem weltweit einzigartigen, unseriösen Versuch, Tight-Gas (im Sandstein gefangenes Erdgas) neuerdings den konventionellen Lagerstätten zuzuordnen. Dies, obwohl selbst Total1 , ExxonMobil2 , das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)3 und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)4 , Tight-Gas-Lagerstätten als unkonventionell definieren. Ich zitiere hier an dieser Stelle die Experten der BGR: „Bei Erdgas aus einer nicht-konventionellen Lagerstätte strömt das Gas nicht ohne weiteren technischen Aufwand in die Förderbohrung, weil es entweder nicht als freie Gasphase im Gestein vorhanden ist oder das Speichergestein nicht ausreichend durchlässig ist. Zu diesen Vorkommen zählen Erdgas in dichten Gesteinen (Tight Gas, Shale Gas), Flözgas (Coalbed Methan – CBM), Aquifergas und Gashydrat.“ Weitere Definitionen, die verdeutlichen, dass der Prozess der Förderung von Schiefergas/-öl und Tight-Gas/- Öl gleich ist, hat unter anderem der Wissenschaftliche Dienst des EU-Parlamentes, der European Parliamentary Research Service, geliefert

weiterlesen: Fracking-Regelungspaket_Konventionell-vs-Unkonventionell_AndyGheorghiu-

17.07.2015 geschrieben und leider immer noch aktuell, da inzwischen auch die Medien die unklare bzw. alles verwirrende Begrifflichkeit immer wiederholen – gemeint „konvent./unkonv. Fracking“ : Aus aktuellem Anlass hier zum Thema ein Schreiben an Herrn Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr:

„Sehr geehrter Herr Lies,

Bezug nehmend auf diesen Artikel http://celler-presse.de/2015/07/16/landtag-beschliesst-position-zu-fracking-risiken-ausschliessen-konventionelle-foerderung-sichern/ sowie im Hinblick auf den aktuellen Gesetzgebungsprozess sende ich Ihnen diese E-mail nebst Anlage.

Ich hoffe wirklich, dass Sie sich die notwendige Zeit nehmen um sich intensiv damit auseinanderzusetzen.

Der beigefügte Kommentar ergibt sich aus der überfälligen Notwendigkeit der Richtigstellung der Definition von „unkonventionellen Lagerstätten“ sowie der Erkenntnis, dass die mit der Fracking-Technik verbundenen negativen Auswirkungen und Risiken sich grundsätzlich bei der Aufsuchung und Gewinnung von fossilen Energieträgern ergeben.

Dies ist unabhängig von der Lagerstätte (z.B. Schiefer-/Sand- und/oder Kohleflözgestein) sowie den zu fördernden Kohlenwasserstoffen (Öl und/oder Gas).

Mit der Fracking-Technik können sowohl Erdgas wie auch Erdöl in verschiedenen Horizonten und Lagerstätten (z.B. Schiefer-/Sand- und/oder Kohleflözgesteine) erschlossen werden. Die damit verbundenen Gefährdungen und Risiken entstehen bei der Erdgas- und Erdölförderung gleichermaßen. Daher ist eine Gleichbehandlung geboten.

Dies wurde vor kurzem erneut im Rahmen des Stakeholder Events der EU-Kommission zum Thema „Aufsuchung und Gewinnung unkonventioneller fossiler Energieträger“ (http://ec.europa.eu/environment/integration/energy/pdf/Stakeholders%20event%202015%20agenda.pdf) durch die Präsentation der Firma Amec Foster Wheeler (tätig u.a. im Bau von komplexen Anlagen für Erdöl- und Erdgasgewinnung und -veredelung, Energieanlagen und Bergbau) deutlich. Amec hat dort die vorläufigen Ergebnisse der Studie zur vergleichenden Risikoanalyse der verschiedenen unkonventionellen fossilen Energieträger (d.h. Schiefergas/-öl, Tight Gas, Tight Öl und Kohleflözgas) vorgestellt.

Die Ergebnisse zeigen, dass viele Risiken der Schiefergas sowie Tight Gas und Tight Öl Förderung gleich sind. Zwei Folien, die das verdeutlichen sind ebenfalls als Anlage beigefügt.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. hat ebenfalls – zusammen mit Wissenschaftlern aus den USA und Kanada – in einer ganz aktuell international publizierten Stellungnahme zum vorgeschlagenen Fracking-Regelungspaket auf Bundesebene den Versuch der Umdefinierung von Tight-Gas-Lagerstätten ebenfalls mit deutlichen Worten angesprochen und auch nochmal darauf hingewiesen, dass sich die Fördermethoden für Kohlenwasserstoffe aus Schiefer- oder Sandgesteinen nicht unterscheiden.

Es ist wirklich an der Zeit den Gebrauch des unseriösen Kunstbegriffes „konventionelles Fracking“ zu unterlassen. Das Land Niedersachsen und die Bundesrepublik Deutschland machen sich damit lächerlich vor der internationalen Wissenschaft. Darüber hinaus wird in unverantwortlicher Art und Weise den BürgerInnen völlig zu Unrecht suggeriert, dass es so etwas wie „gutes oder böses Fracking“ gebe.

Abschließend hoffe ich, dass Sie die Ihnen zugesandten Informationen verwenden werden, um eine dringend benötigte Richtigstellung zu bewirken.

Sollten Sie Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen

Andy Gheorghiu


Andy Gheorghiu Consulting
Campaigner/Consultant/Researcher
für Klima-/Umweltschutz, Energiepolitik
und Weiterentwicklung demokratischer Prozesse
Ascher 14
34497 Korbach
Germany
Tel.: +49 5631 50 69 507
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Skype: andy.gheorghiu2″

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