Erdgasspeicher in Etzel – immer wieder Pannen – Klage wegen falsch eingebauter Sicherheitsventile

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Kavernenbetreiber gibt Widersprüche zu

ndr.de/nachrichten

05.10.2015 B.I. Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx e.V. schreibt:
Moin,
schön, dass sich Wirtschaftsminister Olaf Lies und die Führung der IVG einig darüber sind, dass es bei den ‪#‎Kavernen‬ in Etzel „nur“ kommunikativ schlecht läuft, die Sicherheit aber zu keinem Zeitpunkt in Frage zu stellen gewesen sei. Kein Wunder! Denn wenn man heute in der Zeitung liest, dass Minister Lies, auf seiner umstrittenen Iran-Reise, die Kavernen in Etzel für die Einlagerung von ‪#‎Flüssiggas‬ ins Gespräch bringt, wird er sicherlich kein großes Interesse daran gehabt haben, den Kavernenstandort in Etzel als unsicheren Standort zu disqualifizieren.

Man wird sich in Etzel wohl damit abfinden müssen, dass die Kavernen einen derartigen wirtschaftlichen und politischen Wert haben, dass man sich es gar nicht leisten kann, die Zukunft der Kavernen in Frage zu stellen.

Die mutmaßlich von den Kavernen ausgehende Gefahr wird wohl als Kollateralschaden billigend in Kauf genommen.
Dennoch: Aufklärung muss sein, damit man es den Herrschaften nicht zu leicht macht, mit unserem Leben zu spielen.

Dass die Führung der ‪#‎IVG‬ Immobilien AG behauptet, dass das in der Klageschrift aufgeführte Szenario eines blow-outs nur abstrakt sei und sich auf alle mit diesem Ventil verbauten Anlagen weltweit beziehe, man in Deutschland davon aber nicht betroffen sei, da hierzulande ganz besonders auf die Sicherheit geachtet werde, schlägt den Fass nun endgültig den Boden aus. Wenn man es in Deutschland tatsächlich so ernst mit der Sicherheit nehmen würde, wie die IVG behauptet, hätte es doch gar nicht dazu kommen dürfen, dass dieses Ventil, welches eigentlich nur für den Tiefseeeinsatz vorgesehen ist, hier verbaut worden wäre. Dass dieses Ventil aus einem ganz anderen Material als die Förderstränge besteht und von daher die gesetzte Schweißnaht bei Dauerbetrieb korrodiert, hätte doch bei genauerem Hinsehen auffallen müssen. Wenn es die IVG also mit der Sicherheit gerade in Deutschland so genau nimmt, hätten solche Fehler doch niemals auftreten dürfen, oder?

Dass in der Klageschrift nicht direkt auf Etzel eingegangen wurde, sondern nur abstrakt genannt wurde entbehrt jeglicher Grundlage. Die Klageschrift bezieht sich nämlich ganz konkret auf den Standort ‪#‎Etzel‬. Sie ist sogar so konkret, dass alle einzelnen Kavernen genannt werden und sogar die Lieferzeiträume der einzelnen ‪#‎Ventile‬ angegeben werden. Wenn die IVG nun meint, schlecht kommuniziert zu haben und dieses nun ändern zu wollen, wäre es doch jetzt an der Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen und zuzugeben, dass es am ‪#‎Kavernenstandort‬ Etzel ein massives Problem gibt. Dass am Ende aber alles auf die schlechte Kommunikation geschoben wird, kennen wir schon vom ‪#‎Ölunfall‬ aus dem Jahr 2013. Danach sollte auch alles ehrlicher und transparenter werden. Was daraus geworden ist, erleben wir gerade wieder mit. Seien Sie sicher, auch bei dem nächsten Vorfall wird es wieder heißen: Schlecht kommuniziert, aber sonst ist alles OK. Meine Damen und Herren von der IVG: Wie wäre es denn mal mit der Wahrheit, um wenigstens den Anschein zu erwecken, das am Boden liegende Vertrauen ein Stück weit wieder aufbauen zu wollen?

Auch wird in der Klageschrift eine Milliardensumme genannt, nämlich für den Fall, dass die Schäden derart gravierend seien, dass die Kavernen somit wertlos würden.

Wenig glaubwürdig ist daneben auch die Aussage, es gehöre zu internationalen Gepflogenheiten, bei Klagen dick aufzutragen, damit sie vor amerikanischen Gerichten zugelassen werden. Wer sowas behauptet, hält die dortigen Richter wohl für unerfahrene Juraabsolventen mit wenig Erfahrung und beleidigt deren Intelligenz. Wie sich aber aktuell zeigt, fehlt hier nur der IVG die Erfahrung. Die Erfahrung auf sicherheitstechnischen und kommunikativen Gebiet.

ZDF Beitrag – heute Journal vom 1.10.2015 – Kavernen tickende Zeitbomben – Verlinkung auf facebook:

https://www.facebook.com/205995942767984/videos/1023363227697914/?fref=nf

Bereits am 28.9.2015 schrieb die Bürgerinitiative:

Die Lage ist ernst!

Nachdem bekannt geworden ist, dass eine IVG Tochter in den USA den Hersteller von Sicherheitsventilen verklagt hat, wird Seitens des technischen Betreibers, der IVG Caverns in Etzel, entgegnet, dass nicht die Sicherheitsventile in einem gefährdeten Zustand seien, sondern lediglich die Förderstränge, die aus einem minderwertigen Stahl hergestellt worden seien.

Wenn man hingegen die Veröffentlichung der amerikanischen Medienargentur Bloomberg aufmerksam liest, denen nicht nur die Klageschrift vorgelegen hat, sondern auch Gespräche mit Beteiligten geführt hat, wird mit keiner Silbe das Wort Förderstrang erwähnt. Explizit und detailliert wird von Sicherheitsventilen gesprochen. Hiernach werden die in Etzel an 30 Kavernen verwandten Sicherheitsventile, die im eigentlich für den deep-water Bereich konzipiert wurden bei bestimmungsgemäßem Gebrauch mit anderen Komponenten verschraubt (threaded) und verbolzt (bolded) und nicht wie in Etzel geschehen, verschweißt, da bei einem verschweißen Mikrorisse entstehen können. Deshalb sagt „Bloomberg“ auch, dass diese Ventile niemals so hätten eingebaut werden dürfen, wie man es in Etzel gemacht hat.

Nach Auffassung der BI sind die eingeschweißten Sicherheitsventile nicht, wie für diese Art der Ventile vorgesehen, verschraubt worden, da eine Verschraubung in 50 Meter Tiefe, dem daran hängenden tonnenschweren Förderstrang nicht hätte standhalten können. Unserer Auffassung nach, die durch den Bericht von Bloomberg bestätigt wird, ist die Schweißnaht am Sicherheitsventil abgerissen. Dass Förderrohr soll nun am besagten Sicherheitsventil mit dem darüber liegenden Rohr mittels Streben und Schieberstücken wieder verbunden und stabilisiert werden. Da das eingebaute Sicherheitsventil nicht mehr funktionsfähig sein dürfte, fordert das LBEG nunmehr ein „zweites“ Sicherheitsventil einzubauen. Unserer Auffassung handelt es sich bei dieser Art von Reparatur unter geologischen Gesichtspunkten um eine „Tesafilmlösung“.

Da eine Reparatur der Kavernen, wenn man diese unter den vorgeschriebenen Bedingungen durchführen würde und nicht wie in Etzel unter amateurhaften Bedingungen, die auch noch durch das LBEG und Minister Lies geduldet werden, kaum möglich wäre, hat man sich bei der IVG Tochter Triuva zu dieser Klage genötigt gefühlt, um wenigstens noch einen Teil des eingesetzten Vermögens retten zu können. Den in Etzel eintretenden Vertrauensverlust wird man bei Einlegung der Klage seitens Triuva mit eingerechnet haben und als Kollateralschaden abschreiben.

Landrat Köring und Bürgermeister Goetz sollten sich bei ihrem angekündigten Besuch bei der IVG in Etzel die Originalklageschrift vorlegen lassen und sich die daraus ergebenen Widersprüche zu den Presseerklärungen der IVG Caverns erklären lassen. Beide sind nämlich für die Sicherheit der hier lebenden Menschen verantwortlich.

 

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