Nach dem Ölaustritt im April 2014 lässt die Sanierung im Eper Amtsvenn bei Gronau noch auf sich warten

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Ölaustritt im Amtsvenn sorgt für deutschlandweite Diskussionen Sanierung lässt auf sich warten

Gronau-Epe –

Die Sanierung der defekten Verrohrung an der Ölkaverne S5 im Eper Amtsvenn lässt weiter auf sich warten. Das bestätigte am Dienstag Werner Isermann, Sprecher der Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg, die als Bergbehörde für die Überwachung der Öl- und Gaslagerstätten im Venn verantwortlich ist.

Der Grund: Der Ball liegt längst nicht mehr allein bei SGW und Bergbehörde, sondern vielmehr beim Erdölbevorratungsverband (EBV). Diese – 1978 gegründete – Körperschaft des öffentlichen Rechts hat die Aufgabe, einen Vorrat an Erdöl- und Erdölerzeugnissen für 90 Verbrauchstage zu sichern. Weil es dabei um die nationale Energiereserve geht, gibt es eine enge Verzahnung mit dem Bundeswirtschaftsministerium. Auf dieser Ebene werden derzeit die Vorgänge im Amtsvenn und ihre Folgen diskutiert.

„Wir hängen da am Tropf von EBV und Bundeswirtschaftsministerium. Da geht es um bundesweite Überlegungen. Und da spielt sicher auch Geld eine Rolle“, sagt Isermann.

Denn: Die Arnsberger Bergbehörde hat bereits von Monaten deutlich gemacht, dass es die bisher im Venn verwendete Technik der Erdölkavernen nicht weiter geben wird. Die Ölkavernen müssen vielmehr eine doppelte Verrohrung (wie sie bei den Gaskavernen Standard ist) erhalten.

Wenn dieser neue Sicherheitsstandard aber im Amtsvenn zum Tragen kommt, hat das Auswirkungen auf die anderen rund 250 Ölkavernen in Deutschland. Und auch für den Fall, dass im Amtsvenn auf eine Öleinlagerung in den derzeit drei betriebenen Kavernen verzichtet wird, muss über die Sicherheitsstandards der anderen nachgedacht werden.

Geht es nach der Bezirksregierung Arnsberg, sollte die Sanierung der S5 so rasch wie möglich, am liebsten noch in diesem Jahr, durchgeführt werden. „Wir können den Zustand schließlich nicht bis in alle Ewigkeit so lassen“, sagt Isermann. Auch wenn der Status der Kaverne gegenwärtig als sicher gelte, drücke das Gebirge auf die Kaverne, was auf Dauer zu einem Hohlraumverlust (Konvergenz) durch zurückfließendes Salz führe.

Isermann bestätigte Informationen der WN-Redaktion, wonach die angegebene Menge des Rohöls, das nach der Zwischenfall im April gesammelt worden ist, inzwischen deutlich reduziert wurde. Bisher war die Menge an Rohöl, die es nach der Leckage an der Verrohrung der S5 zu entsorgen galt, auf rund 73 Kubikmeter geschätzt worden. Inzwischen liegen jedoch alle Entsorgungsnachweise und vollständige Laboranalysen vor. Auf dieser Basis sei die Rohölmenge neu berechnet worden. Ergebnis: Fachleute gehen davon aus, dass der Ölanteil im Wasser und in den rund 35 000 Kubikmeter belasteter Böden nur bei rund 50 Kubikmeter liegt. Isermann: „Das ist deutlich weniger als bisher geschätzt. Insbesondere bei den entsorgten Bodenanteilen ist das aber nach wie vor eine Schätzung, weil der Ölanteil nur stichprobenartig und nicht bezogen auf jeden Kubikmeter berechnet worden ist.“

Genehmigt hat die Bergbehörde inzwischen auch ein reduziertes Monitoring von Grundwassermessstellen (GWM). Bisher wurden an 27 GWM und an 50 Hausbrunnen Proben genommen. Künftig werden acht GWM im inneren und vier im äußeren Ring beprobt. Zusätzlich gibt es zwei Oberflächenwassermessstellen und acht Probeentnahmen an monatlich acht Hausbrunnen. Grundlage für die Genehmigung dieses neuen Sonderbetriebsplanes sei der gutachterliche Nachweis gewesen, dass ein verringertes Monitoring nicht zu einen Erkenntnisverlust führe.

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