Ölunfall Etzel im Herbst 2013 – Ursache „bis heute nicht zweifelsfrei geklärt“ – neue Sicherheitslücke

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Ölunfall Etzel: Droht dem Land Millionenzahlung?

Rund 40.000 Liter Rohöl waren im Herbst 2013 bei einem Ölunfall auf dem Kavernenfeld in Etzel (Landkreis Wittmund) ausgelaufen. Die Ursache ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Die Staatsanwaltschaft Aurich hatte bislang gegen Unbekannt ermittelt, hat nun aber einen neuen Verdacht: Der Hahn, aus dem das Öl offenbar geflossen war, entsprach möglicherweise nicht der neuesten Technik. In dem Fall hätten die Anlagen aber gar nicht betrieben werden dürfen, sagte eine Justizsprecherin dem NDR. Nun werde gegen vier Mitarbeiter des Kavernenbetreibers ermittelt. Zuständig für die Genehmigung und Kontrolle der Anlagen ist das Landesbergamt in Clausthal-Zellerfeld.

Ministerium: Keine Versäumnisse bei Kontrollen

Das Landesbergamt wollte sich am Montag weder dazu äußern, ob und wann es den Hahn genehmigt hat, noch dazu, wie häufig dieser kontrolliert wurde. Auch die IVG Caverns schweigt und verweist auf die Staatsanwaltschaft. Die IVG hatte bisher erklärt, sie gehe von Sabotage aus. Falls sich stattdessen der Verdacht der Ermittler bestätigt, könnten auf das Landesamt und damit auf das Land Niedersachsen Forderungen in Höhe von zwei Millionen Euro zukommen. So hoch beziffert die IVG die Kosten für den Einsatz der Feuerwehren, die tagelang den Ölteppich aus den umliegenden Gewässern absaugen mussten. Sollte die Technik tatsächlich veraltet gewesen sein, wäre eine Sabotage zwar trotzdem nicht ausgeschlossen, doch daneben könnte auch die Technik selbst ursächlich für die Katastrophe gewesen sein. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium teilte dem NDR am Dienstag mit, dass es derzeit keine Versäumnisse bei den Kontrollen in Etzel sieht. Einen Grund für mögliche Ansprüche gegen das Land könne das Ministerium daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennen.

Stichwort Etzel

Die Kavernenanlage in Etzel gehört zu den größten Öl- und Gaslagerstätten in Europa. Die Kavernen liegen im Salzstock Etzel in 1.000 Meter Tiefe. Bereits seit 40 Jahren werden hier Rohöl und Gas gelagert. Mittlerweile sind es mehr als 50 Kavernen; davon werden 29 für die Erdgas- und 23 für die Rohölspeicherung genutzt. Insgesamt plant die Betreibergesellschaft 144 dieser unterirdischen Speicheranlagen. Mit dem zunehmenden Ausbau der Speicher nimmt die Sorge der Anwohner zu: Sie befürchten vor allem eine Absenkung des Bodens. In der Anlage lagern laut Betreiber seit Mai 2012 etwa zehn Millionen Kubikmeter Erdöl. Es ist eine Art Notreserve – auch für andere europäische Länder wie etwa Belgien, die Niederlande und Portugal. Im Bedarfsfall könne das Rohöl über Wilhelmshaven in die entsprechenden Länder verschifft werden. So solle die Versorgungssicherheit gewährleistet werden.

Weitere Sicherheitslücke in Etzel

Erst vor rund einem Monat war erneut eine Sicherheitslücke in Etzel aufgedeckt worden: Die Tore zu einem Erdgasspeicher standen an einem Wochenende offen. Ein Spaziergänger hatte die Bürgerinitiative darüber informiert, diese rief die Polizei. Die Betreiberfirma schloss daraufhin die Tore. Offen bleibt aber die Frage: Wer hatte den Zugang überhaupt offen gelassen oder geöffnet? Die Debatte um die Sicherheit auf dem Kavernenfeld geht nun erst einmal weiter.

Quelle: ndr.de/nachrichten

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