Verunreinigung des Bodens und Grundwassers Erdölgasleitung in Steyerberg – LBEG fordert Untersuchungs- und Sanierungskonzept

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09.03.2012: Erdölgasleitung in Steyerberg – LBEG fordert Untersuchungs- und Sanierungskonzept. Nach der durch das LBEG angeordneten Stilllegung der Erdölgasleitung E0120 in der Gemeinde Steyerberg (Landkreis Nienburg) wird jetzt das Ausmaß der Verunreinigung durch detaillierte Untersuchungen des Bodens und Grundwassers festgestellt. (Quelle: LBEG)

„Dafür hat der Betreiber, das Unternehmen ExxonMobil Production Deutschland GmbH (EMPG), ein Untersuchungs- und Sanierungskonzept zu erstellen und mit den zuständigen Bodenschutz- und Wasserbehörden des Landkreises sowie dem LBEG abzustimmen. Das Unternehmen hatte die Leitung am 07.03.2012 außer Betrieb genommen. Direkt an der Leitung waren Bodenverunreinigungen mit BTEX-Aromaten festgestellt und dem LBEG Ende Februar mitgeteilt worden.

Unabhängige Sachverständige des TÜV Nord hatten das Ausmaß der Bodenverunreinigung durch die Kunststoffleitung untersucht. Dabei wurden vier Bodenproben (Schürfe) genommen. Bei drei Schürfen und einer Beprobung des zulaufenden Wassers entdeckten die Experten keine Schadstoffe. Eine Probe hingegen wies einen Wert von 20900 Mikrogramm BTEX/kg Trockensubstanz und 9000 Mikrogramm Benzol/kg Trockensubstanz auf. Damit hält die Leitung dem bis zum 28.02.2012 vom LBEG geforderten Eignungsnachweis für Kunststoffleitungen nicht stand und musste aus diesem Grund auch zu diesem Zeitpunkt stillgelegt werden.

Die Untersuchungsergebnisse überschreiten nach Auskunft des unabhängigen Sachverständigen allerdings nicht die von der Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV) vorgegebenen Prüfwerte für BTEX. Nach dieser Vorschrift hätten keine Maßnahmen durchgeführt werden müssen, da Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt durch Einwirkungen der Schadstoffe auf das Grundwasser ausgeschlossen sind. Dennoch musste die Leitung stillgelegt werden, da die Vorgaben für den Eignungsnachweis für Kunststoffleitungen nicht erfüllt waren.

Die Leitung E0120 verbindet den Betriebsplatz des Erdölbetriebes Voigtei der EMPG mit dem Betrieb der Norddeutschen Erdgasaufbereitungsgesellschaft (NEAG). Durch die Leitung wird sogenanntes Erdölgas transportiert, das dann in den Anlagen der NEAG als Heizgas verwendet wird. Das Erdölgas entsteht bei der Erdölförderung. In den Erdöllagerstätten ist neben Erdöl und Wasser auch das Gas vorhanden, das bei den in der Lagerstätte herrschenden Verhältnissen überwiegend im Erdöl gelöst ist. Nach Auffassung des LBEG ist deshalb auch die Anordnung vom 13. April 2011 anwendbar, die einen Eignungsnachweis für Kunststoffrohrleitungen unter Berücksichtigung der Diffusion / Permeation verlangt.“

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