An der Bohrstelle Söhlingen (SOLG Z2) Benzol-Konzentration die etwa 13000 Mal über dem Trinkwassergrenzwert liegt -Naphthalin-Konzentration liege 16700 Mal über dem Grenzwert/

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An der Bohrstelle Söhlingen (SOLG Z2) hat das Landesbergamt am 25. Juli 2011 eine Benzol-Konzentration gemessen, die etwa 13000 Mal über dem Trinkwassergrenzwert liegt. Auch hochgiftige „polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe“ wurden festgestellt. Die Naphthalin-Konzentration liege 16700 Mal über dem Grenzwert. „Irgendwann kommt dieser Chemie-Cocktail, der in die Erde gepresst wurde, eben wieder hoch“, sagte der Wilstedter Kreistagsabgeordnete Manfred Damberg (Linke), der die Erdgaskonzerne daher bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hat. 

Umstrittene Erdgasförderung

Bergamt will Fracking überprüfen

Johannes Heeg 27.06.2013
© Ulrike Prange

Anwohner im Landkreis Rotenburg demonstrieren gegen die Erdgasfördermethode. Auch Behörden werden inzwischen skeptisch. (Ulrike Prange)

Die Diskussion um das giftige Lagerstättenwasser aus der Erdgasförderung hat offenbar auch die zuständige Aufsichtsbehörde nachdenklich gemacht. „Wir werden die Versenkbohrstellen neu bewerten“, sagte jetzt Klaus Söntgerath, Abteilungsleiter im Landesamt für Bergbau, Energiewirtschaft und Geoinformationssystem (LBEG), im Umweltausschuss des Landkreises. Er bekräftigte damit eine gleich lautende Aussage seiner Behörde in einem am Dienstag erschienenen Interview mit der WÜMME-ZEITUNG. Damit reagiert das LBEG offenbar auf die Sorgen vieler Menschen, durch das Verpressen großer Mengen belasteten Abwassers in das Erdreich könnte das Grundwasser gefährdet werden.

Die neue Aufgeschlossenheit der Landesbehörde wird von der Bürgerinitiative „Frackloses Gasbohren“ als Durchbruch gesehen. Das Bergamt habe zu dem Problem lange geschwiegen, meint BI-Sprecher Harms von Quintus-Icilius. Und der Vorsitzende des Umweltausschusses, Volker Kullik, kommentierte die neue Linie der Behörde so: „Die Bevölkerung hat ihr Amt bisher als Beschwichtiger wahrgenommen. Nun sehe ich erstmals Fragezeichen bei Ihnen.“ Das sei erfreulich.

Wie schon mehrfach berichtet, haben die Erdgasförderer RWE Dea und Exxon im Landkreis Rotenburg bislang mehr als 3,5 Milliarden Liter chemisch belastetes Abwasser aus der Erdgasförderung im Boden versenkt. An der Bohrstelle Söhlingen (SOLG Z2) hat das Landesbergamt am 25. Juli 2011 eine Benzol-Konzentration gemessen, die etwa 13000 Mal über dem Trinkwassergrenzwert liegt. Auch hochgiftige „polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe“ wurden festgestellt. Die Naphthalin-Konzentration liege 16700 Mal über dem Grenzwert. „Irgendwann kommt dieser Chemie-Cocktail, der in die Erde gepresst wurde, eben wieder hoch“, sagte der Wilstedter Kreistagsabgeordnete Manfred Damberg (Linke), der die Erdgaskonzerne daher bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hat.

Mögliche Folgen sind unerforscht

Ulrich Thiart von den Grünen wollte wissen, ob denn durch Erdbeben Risse im Gestein entstehen können, durch die giftiges Lagerstättenwasser ins Trinkwasser gelangt. Bergamt-Sprecher Söntgerath wollte „ein gewisses Risiko“ nicht ausschließen. „Ob sich Wegsamkeiten öffnen, wissen wir nicht. Wir sind gerade dabei, die Vorgänge zu verstehen, die mit Erdgasförderung und dadurch ausgelösten Erdbeben zu tun haben.“

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